Max Reinhardt kaufte 1918 das damals verfallene Schloss Leopoldskron in der Leopoldskronstraße 56-58. Er machte es zu einem international bekannten Treffpunkt von Theatermacherinnen und Theatermachern. Für Jugendliche zeigt seine Geschichte, wie stark eine einzelne Person und ein einzelnes Gebäude ein Festival prägen können, das es bis heute gibt.

Wer verstehen will, warum die Salzburger Festspiele gerade in Salzburg entstanden, findet in Reinhardts Biografie ein konkretes Datum und einen konkreten Ort statt einer vagen Kulturerzählung.

Wer Max Reinhardt war – kurz erklärt

Schloss Leopoldskron als Ausgangspunkt

Reinhardt wurde 1873 als Maximilian Goldmann in Baden bei Wien geboren. Er kaufte Schloss Leopoldskron 1918 und ließ es aufwendig restaurieren. Von dort aus bereitete er mit dem Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und dem Komponisten Richard Strauss ein neues Festival vor.

Die erste Jedermann-Aufführung 1920

Am 22.08.1920 um 18 Uhr fand am Domplatz die erste Aufführung von Hofmannsthals "Jedermann" statt. Alexander Moissi spielte die Titelrolle, Reinhardt führte Regie. Weitere Vorstellungen folgten am 23., 25. und 26. August 1920. Damit war die erste Saison der Salzburger Festspiele eröffnet, ein Format, das bis heute jeden Sommer am selben Platz gespielt wird.

Woran man die Arbeit in Salzburg konkret festmachen kann

Die Festspiel-Chronik von salzburg.info dokumentiert Reinhardts Kauf des Schlosses 1918, die Festspielgründung 1920 und benennt den Max-Reinhardt-Platz im heutigen Festspielbezirk als Erinnerungsort.

salzburg.info beschreibt das Schloss ausdrücklich als "Wiege der Salzburger Festspiele" und verbindet Ort und Gründungsgeschichte.

Der Nationalfonds der Republik Österreich dokumentiert unter dem Titel "The Leopoldskron File" die Enteignung des Schlosses 1938 als Fall von NS-Arisierung.

Warum der Altstadt-Bezug hier so konkret bleibt

Zwei Orte tragen diese Geschichte: Schloss Leopoldskron als Vorbereitungsort und der Domplatz in der Altstadt als Aufführungsort seit 1920. Beide sind bis heute öffentlich zugänglich oder bespielt.

Die Festspiel-Chronik, salzburg.info und der Nationalfonds zeigen drei Blickwinkel auf denselben Ort: Festspielgeschichte, städtische Kulturerzählung und die Aufarbeitung von NS-Unrecht. Für SalzburgTeen wurde diese Quellenlage am 03.08.2026 erneut geprüft.

Warum Jugendliche das interessieren könnte

Für Jugendliche ist dieses Profil stark, weil es zeigt, wie aus einer einzelnen Aufführung eine bis heute laufende Institution wurde.

Die Enteignung des Schlosses 1938 als "jüdisches Eigentum" macht zusätzlich sichtbar, wie schnell politische Verfolgung eine erfolgreiche Kulturbiografie zerstören konnte. Reinhardt emigrierte in die USA und starb 1943 im Exil in New York.

Altersfit und Einstieg

Das Profil passt ab 12 Jahren, weil die Festspielgeschichte für sich genommen gut verständlich ist. Für den Teil zur Enteignung 1938 als NS-Unrecht hilft jüngeren Jugendlichen eine Begleitperson oder Lehrkraft, die den historischen Kontext einordnen kann.

Der Domplatz ist frei zugänglich und kostenlos zu besuchen; für Jedermann-Vorstellungen oder Schlossführungen gelten die Preise und Anmeldebedingungen der jeweiligen offiziellen Seiten.

Wie du dort andocken kannst

Was hier wichtig ist, damit der Text ehrlich bleibt

Die Aussagen hier stützen sich auf die Festspiel-Chronik von salzburg.info, das salzburg.info-Magazin und die Dokumentation des Nationalfonds. Zuletzt geprüft am 03.08.2026.

Das Profil benennt die Enteignung 1938 offen als NS-Unrecht und stellt Reinhardts Emigration und Tod im Exil sachlich statt beschönigend dar.

Fazit

Max Reinhardts Salzburg-Spur lässt sich an einem Kaufjahr, einer Adresse und einem Aufführungsdatum festmachen: Schloss Leopoldskron ab 1918, der erste Jedermann am 22.08.1920 auf dem Domplatz. Für Jugendliche zählt daran weniger die bloße Bekanntheit als die Frage, wie ein einzelnes Ereignis zur bis heute laufenden Institution wurde und wie politische Verfolgung diese Geschichte 1938 unterbrach.

Quellen & Links